Regionaler Immobilienmarkt Luckenwalde / Teltow-Fläming

Immobilienpreise in Ludwigsfelde: was die Entwicklung seit 2018 zeigt

Matthias Scheffler·07.09.2026·18 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

  • Wer nach Immobilienpreisen in Ludwigsfelde sucht, findet amtlich belegt Bodenrichtwerte, keine Kaufpreise. Das ist ein Unterschied, der über viele Tausend Euro entscheidet, und ich erkläre ihn weiter unten.
  • Über die Jahre sind diese Bodenwerte deutlich gestiegen: im Stadtzentrum von 300 €/m² (2018) auf 480 €/m² zum Stichtag 1. Januar 2026.
  • Zum jüngsten Stichtag bewegte sich fast nichts mehr. Von sechs veröffentlichten Ludwigsfelder Wohnlagen veränderte sich genau eine.
  • Im Berliner Umland des Landkreises wurden im selben Beschluss 16 Zonen erhöht und 13 abgesenkt. Es gibt also keinen einheitlichen Trend nach oben.
  • Was Ihre Immobilie tatsächlich wert ist, lässt sich aus keiner Zonenzahl ableiten. Dafür braucht es einen Ortstermin.

Zum 1. Januar 2026 blieben fünf von sechs veröffentlichten Ludwigsfelder Wohnlagen exakt auf dem Vorjahreswert. Eine sprang um 80 €/m² nach oben. Wer die Entwicklung der Immobilienpreise in Ludwigsfelde verstehen will, muss diese Ungleichzeitigkeit sehen, und sie ist der Grund, warum ein einzelner Quadratmeterpreis für die ganze Stadt fast nichts aussagt.

Mit 29.635 Einwohnern zum 31. Dezember 2025 ist Ludwigsfelde die einwohnerstärkste Stadt im Landkreis Teltow-Fläming (Landkreis Teltow-Fläming nach Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022, abgerufen am 7. September 2026). Die Nachfrage kommt hier spürbar aus Richtung Berlin, und das trennt den Ort vom Süden des Kreises. Ein Beispiel mit Zahlen: Während die Ahrensdorfer Heide von 400 auf 480 €/m² stieg, ging es in der Luckenwalder Poststraße im selben Zeitraum von 140 auf 120 €/m² zurück, am Petrikirchplatz von 170 auf 150 €/m² (Stichtage 1. Januar 2025 und 1. Januar 2026, Mitteilung des Landkreises Teltow-Fläming, abgerufen am 20. Juli 2026). Zwei Städte, ein Landkreis, gegenläufige Richtung.

Ich zeige Ihnen deshalb, was die amtlichen Zahlen wirklich hergeben, wo sie enden, und an welcher Stelle die Bewertung Ihres Objekts erst anfängt. Eine Einschränkung vorweg: Amtlich veröffentlicht werden für Ludwigsfelde Bodenrichtwerte nach § 196 BauGB, also Bodenwerte je Quadratmeter für unbebautes Land. Kaufpreise für bebaute Häuser sind das nicht.

Wie haben sich die Immobilienpreise in Ludwigsfelde entwickelt?

Die Bodenrichtwerte für Ludwigsfelder Wohnlagen sind zwischen 2018 und 2026 deutlich gestiegen, zuletzt aber weitgehend stehen geblieben. Im Stadtzentrum stieg der Wert von 300 €/m² (Stichtag 2018) auf 480 €/m² zum Stichtag 1. Januar 2026. Zum jüngsten Stichtag veränderte sich nur eine einzige der sechs veröffentlichten Lagen.

Die längere Reihe macht sichtbar, wie ungleichmäßig das lief:

Lage201831.12.201901.01.202201.01.202501.01.2026
Stadtzentrum300350460480480
Wohnpark Struveshof200290430460460
Wohnpark Ahrensdorfer Heide / Neckarstraße300300420400480
Wohnpark Alte Potsdamer Straße260280350320320
Gröben230210210

Alle Werte in €/m² zum jeweils genannten Stichtag, nach Angaben der Stadt Ludwigsfelde auf Grundlage der Beschlüsse des Gutachterausschusses für Grundstückswerte des Landkreises Teltow-Fläming (Mitteilungen vom 04.03.2020, 09.03.2022 und 23.02.2026, abgerufen am 7. September 2026). Die Stichtagsbezeichnung "31.12.2019" ist die Angabe der Quelle und wurde unverändert übernommen. Die sechste aktuell veröffentlichte Lage, Siethen am Berliner Weg, fehlt in dieser Reihe: In den älteren Mitteilungen kommt sie nicht vor. Ob dieselbe Gegend dort unter einem anderen Zonennamen geführt wurde, ist aus den Veröffentlichungen nicht ersichtlich.

Eine Einschränkung gehört zu jeder solchen Reihe: Die Zonenzuschnitte wurden zwischenzeitlich verändert. Die Stadt schrieb 2022 selbst, die Bodenrichtwertzonen seien "weiter verdichtet und qualifiziert" worden. Die Werte sind deshalb nicht durchgängig zonenscharf vergleichbar. Als Richtung taugen sie, als Prozentrechnung auf die Nachkommastelle nicht.

Ein paar Dinge fallen trotzdem auf:

  • Der große Sprung liegt hinter uns, er fiel überwiegend in die Jahre 2020 bis 2022.
  • Die Lagen liefen unterschiedlich schnell. Der Wohnpark Struveshof hat seinen Bodenrichtwert in dieser Zeit mehr als verdoppelt, das Stadtzentrum kam auf gut die Hälfte Zuwachs. Für den Bodenwertanteil zweier sonst gleicher Grundstücke macht das einen erheblichen Unterschied, für das Gebäude darauf sagt es nichts.
  • Auch das Flussviertel stieg, von 180 €/m² (Stichtag 2018) auf 250 €/m² zum 31.12.2019. In der aktuellen Auswahlliste der Stadt kommt diese Zone nicht mehr vor, ein Wert zum 1. Januar 2026 liegt mir dafür nicht vor.
  • Drei Lagen gaben zwischenzeitlich nach: der Wohnpark Alte Potsdamer Straße von 350 auf 320, Gröben von 230 auf 210 und die Ahrensdorfer Heide von 420 auf 400 €/m². Diese Rückgänge fielen zwischen 2022 und 2025, nicht im letzten Jahr.

Ein Hinweis zur Zone Alte Potsdamer Straße: In den älteren Mitteilungen läuft sie ohne Ortsteil-Zusatz, in der Liste zum 1. Januar 2026 als "Ahrensdorf, Wohnpark Alte Potsdamer Straße". Ob dahinter derselbe Zuschnitt steht, ist aus den Veröffentlichungen nicht ersichtlich. Ich führe die Reihe deshalb unter demselben Vorbehalt wie Siethen.

Damit zur Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: Und was ist jetzt gerade los?

Was zum 1. Januar 2026 passiert ist

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis Teltow-Fläming hat am 21. Januar 2026 rund 500 Bodenrichtwerte beschlossen. Für Ludwigsfelde sieht das Ergebnis so aus:

Wohnlage01.01.202501.01.2026Veränderung
Stadtzentrum480 €/m²480 €/m²unverändert
Wohnpark Struveshof460 €/m²460 €/m²unverändert
Wohnpark Ahrensdorfer Heide / Neckarstraße400 €/m²480 €/m²+ 80 €/m²
Siethen, Wohnpark Seestücke / Berliner Weg380 €/m²380 €/m²unverändert
Ahrensdorf, Wohnpark Alte Potsdamer Straße320 €/m²320 €/m²unverändert
Gröben210 €/m²210 €/m²unverändert

Quelle: Stadt Ludwigsfelde, Bodenrichtwerte 2026, Mitteilung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte des Landkreises Teltow-Fläming, abgerufen am 7. September 2026. Nach § 12 Absatz 1 der Brandenburgischen Gutachterausschussverordnung ist der Stichtag der 1. Januar des jeweiligen Kalenderjahres, beschlossen wird bis zum 15. Februar; veröffentlicht werden sollen die Werte bis zum 31. März.

Fünf Lagen stehen still, eine bewegt sich: Der Wohnpark "Ahrensdorfer Heide" an der Neckarstraße stieg von 400 auf 480 €/m². Bemerkenswert daran ist die Vorgeschichte: Zum 1. Januar 2022 stand die Zone schon bei 420 €/m², fiel dann auf 400 und liegt jetzt gleichauf mit dem Stadtzentrum. Der Sprung holt also erst einen Rückgang auf und geht dann darüber hinaus.

Dazu gehört sofort die Gegenzahl, sonst entsteht ein schiefes Bild. Im selben Beschluss heißt es für das Berliner Umland des Landkreises, zu dem neben Ludwigsfelde auch Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren und Rangsdorf zählen: Der Bodenrichtwert wurde "in 16 Bodenrichtwertzonen erhöht und in 13 Bodenrichtwertzonen abgesenkt". Ein einzelner Sprung nach oben zählt hier als eine von rund dreißig Bewegungen, und die gingen in beide Richtungen.

Was heißt so ein Sprung in Euro? Rechnen wir ihn an einem angenommenen Grundstück von 600 m² in dieser Zone durch: Zum Stichtag 1. Januar 2025 ergibt sich ein rechnerischer Bodenwert von 600 × 400 = 240.000 €, zum 1. Januar 2026 von 600 × 480 = 288.000 €. Rund 48.000 € Unterschied, allein aus der Zonenanpassung.

Diese Zahl ist bewusst nur der Bodenwertanteil, und sie ist noch nicht einmal der fertige Bodenwert. Der Bodenrichtwert bezieht sich nach § 13 ImmoWertV auf ein Bodenrichtwertgrundstück, und das ist dort wörtlich "ein unbebautes und fiktives Grundstück", dessen Merkmale den vorherrschenden Verhältnissen der Zone entsprechen. Weicht Ihr Grundstück davon ab, muss angepasst werden: bei Fläche und Tiefe über Umrechnungskoeffizienten, beim Erschließungsbeitragszustand danach, ob der Richtwert erschließungsbeitragsfrei oder -pflichtig ausgewiesen ist. Diese Zeile wird beim eigenen Nachrechnen am häufigsten übersehen, und sie verschiebt das Ergebnis spürbar. Ihr Gebäude ist in der Rechnung ohnehin noch gar nicht enthalten.

Die Liste deckt außerdem nur einen Teil der Stadt ab. Die Stadt veröffentlicht sie unter der Überschrift "Begehrte Wohnanlagen im Berliner Umland": eine Auswahl von sechs Wohnanlagen, zusammengestellt von einer Kommune mit eigenem Ansiedlungsinteresse. Eine vollständige Zonenübersicht Ludwigsfeldes ist das nicht. Für die Ortsteile Kerzendorf, Löwenbruch, Mietgendorf, Schiaß oder Wietstock stehen hier keine Werte. Wer die Grundstückspreise für diese Ludwigsfelder Ortsteile sucht, geht über BORIS Land Brandenburg, das amtliche Bodenrichtwertportal des Landes (Stand 7. September 2026). Den Auskunftsanspruch gibt Ihnen § 196 BauGB.

So lesen Sie Ihre Zone dort richtig aus:

  1. Adresse oder Flurstück suchen und die Karte auf Ihr Grundstück zoomen. Nachbarzonen liegen oft nur eine Straßenseite entfernt und tragen andere Werte.
  2. Stichtag bewusst wählen. Standardmäßig sehen Sie den aktuellen; für einen Rückblick oder einen zurückliegenden Bewertungsstichtag müssen Sie umstellen.
  3. Zonennummer und Zonenbezeichnung notieren, nicht nur den Eurobetrag. Ohne sie lässt sich später nicht prüfen, ob Sie im Folgejahr dieselbe Zone vor sich haben.
  4. Die Merkmale des Richtwertgrundstücks mitlesen: Fläche, Nutzungsart, Geschossflächenzahl, Erschließungsbeitragszustand. Sie stehen in der Auskunft und entscheiden darüber, ob der Wert auf Ihr Grundstück überhaupt passt.
  5. Mit Ihren eigenen Daten abgleichen. Weicht Ihr Grundstück in Fläche, Zuschnitt oder Baurecht ab, dann trägt der Zonenwert Ihr Grundstück nicht.

Zwischenfazit: Die Immobilienpreise in Ludwigsfelde haben eine kräftige Aufholphase hinter sich und sind danach auf hohem Niveau stehen geblieben. Die Bewegung hat sich verlagert: Sie findet heute innerhalb der Stadt statt, Lage gegen Lage. Wer den Markt über einen Stadtdurchschnitt beschreibt, verliert die Information, auf die es ankommt.

Ludwigsfelde im Landkreis Teltow-Fläming: zwei Märkte in einem Kreis

Die Immobilienpreise in Ludwigsfelde folgen einer anderen Logik als die im übrigen Kreis, und das hat einen amtlichen Grund: Der Gutachterausschuss zieht eine Linie durch den Landkreis, und die kann man auf der Karte sehen. Ludwigsfelde zählt zum Berliner Umland, zusammen mit Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren und Rangsdorf. Der übrige, deutlich größere Teil des Kreises gehört zum weiteren Metropolenraum. Für das Berliner Umland meldet der Ausschuss zum Stichtag 1. Januar 2026 sechzehn erhöhte und dreizehn abgesenkte Bodenrichtwertzonen.

Sechzehn gegen dreizehn. Im selben Umland steigen und fallen die Werte gleichzeitig, ungefähr im Gleichgewicht. Einen einheitlichen Umlandtrend, den man auf ein einzelnes Grundstück anwenden könnte, gibt es zum Stichtag 1. Januar 2026 nicht. Wie sich der Kreis insgesamt sortiert, habe ich im Immobilienmarkt Teltow-Fläming im Überblick ausführlicher aufgeschlüsselt; für den Süden lohnt der Vergleich mit den Immobilienpreisen in Luckenwalde, die einer ganz anderen Logik folgen.

Eine zweite amtliche Zahl hilft bei der Einordnung, wird aber oft mit dem Bodenrichtwert verwechselt. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weist für den Landkreis Teltow-Fläming im Berichtsjahr 2024 einen durchschnittlichen Kaufwert für baureifes Land von 219,59 €/m² aus, bei 197 erfassten Verkäufen. Für das Land Brandenburg insgesamt sind es 176,80 €/m² (Statistischer Bericht M I 6 – j / 24, Berichtsjahr 2024, CC BY 3.0 DE, Snapshot vom 21.07.2026).

Warum liegt dieser Kreiswert so weit unter den Ludwigsfelder 480 €/m²? Weil er etwas anderes misst. Der Kaufwert ist ein Durchschnitt über tatsächliche Verkäufe im ganzen Kreis, also überwiegend im weiteren Metropolenraum, wo Bauland günstiger ist. Der Bodenrichtwert dagegen gilt für eine abgegrenzte Zone. Beide Zahlen sind richtig, sie beantworten nur verschiedene Fragen.

Zum überregionalen Rahmen, damit die Größenordnung stimmt: Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts lag im ersten Quartal 2026 bei 100,5 und damit 1,4 Prozent über dem Vorjahresquartal (Statistisches Bundesamt, Häuserpreisindex, Basis 2025 = 100, Stand 25. Juni 2026). Das ist ein Bundeswert ohne Ländergliederung. Er beschreibt den Bundesmarkt, und der hat sich kaum bewegt. Ludwigsfelde bewegte sich zum selben Stichtag noch weniger: fünf von sechs Lagen unverändert. Eine Aussage über Ihre Lage ist beides nicht, der Index kennt keine Ländergliederung.

Bodenrichtwert, Kaufwert, Verkehrswert: drei Zahlen, die nicht dasselbe messen

Wer den Immobilienmarkt Ludwigsfelde recherchiert, stößt auf drei Zahlenarten. Hier liegt die häufigste Fehlannahme, und sie kostet in der Praxis Geld.

ZahlGrößenordnungMisst was?
Bodenrichtwert Ahrensdorfer Heide480 €/m² (Stichtag 01.01.2026)den Boden einer abgegrenzten Zone, unbebaut gedacht
Kaufwert baureifes Land, Landkreis TF219,59 €/m² (Berichtsjahr 2024)den Durchschnitt tatsächlicher Baulandverkäufe im ganzen Kreis
Verkehrswert Ihres Objektsnur objektbezogen ermittelbarIhr konkretes Grundstück samt Gebäude zum Wertermittlungsstichtag

Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert je Quadratmeter Grundstücksfläche für eine Zone mit im Wesentlichen gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen. Er wird aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses abgeleitet. Nach § 195 BauGB übersendet die beurkundende Stelle jeden Vertrag über eine entgeltliche Grundstücksübertragung in Abschrift an den Gutachterausschuss — die Bodenrichtwerte beruhen also auf echten, beurkundeten Kaufpreisen, nicht auf Angebotszahlen. Er beschreibt den Boden, und zwar den fiktiven, unbebauten Boden. Ihr Haus kommt darin nicht vor. Wie so ein Wert entsteht, habe ich getrennt aufgeschrieben: wie ein Bodenrichtwert überhaupt zustande kommt.

Der Kaufwert aus der amtlichen Statistik ist ein Durchschnitt realisierter Verkäufe in einem Gebiet und einem Berichtsjahr. Er zeigt das Preisniveau abgeschlossener Verkäufe in einem ganzen Gebiet. Ihr Objekt geht darin als eine Zeile unter vielen auf, sofern es überhaupt im Berichtsjahr erfasst wurde.

Der Verkehrswert nach § 194 BauGB ist der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zum Wertermittlungsstichtag nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks zu erzielen wäre. Das ist die Zahl, um die es bei einer Erbschaft, einem Verkauf oder einer steuerlichen Frage tatsächlich geht.

Zwischen Bodenrichtwert und Verkehrswert liegt die gesamte Arbeit: Zuschnitt und Größe Ihres Grundstücks, Erschließung, Baurecht, Altlasten oder Baulasten, Baujahr, Restnutzungsdauer, Modernisierungsstand, Bauschäden, Wegerechte, Nießbrauch. Bei einer Zone von 480 €/m² kann ein ungünstig geschnittenes Handtuchgrundstück deutlich darunter liegen, ein großes Eckgrundstück mit zwei Bebauungsmöglichkeiten deutlich darüber.

Zwischenfazit: Die Entwicklung der Immobilienpreise in Ludwigsfelde zeigt Ihnen über die Bodenrichtwerte die Richtung Ihrer Lage. Der Wert Ihrer Immobilie steht auf einem anderen Blatt, und dafür muss ich Ihr Objekt gesehen haben.

Welche Bewertung passt zu Ihrem Anlass?

Die Zonenzahl ist in einem Gutachten der Ausgangspunkt, nicht das Ergebnis. Ich werde trotzdem oft gefragt, ob der Blick in die Zonenwerte nicht reicht. Für eine erste Orientierung im Kopf: vielleicht. Sobald jemand anders die Zahl akzeptieren soll, ein Miterbe, ein Finanzamt, ein Gericht, ein Käufer, reicht sie nicht mehr. Die Trennlinie ist ein einziges Kriterium: Wird ein förmlicher, gerichtlicher oder streitiger Nachweis gebraucht?

Ihr AnlassRegel-EmpfehlungWas Sie damit in der Hand haben
Verkauf, VermögensübersichtKurzgutachteneine begründete Preisuntergrenze, bevor Sie in Gespräche gehen
Schenkung, einvernehmliche ÜbertragungKurzgutachteneine Zahl, auf die sich beide Seiten ohne Streit einigen können
Erbschaft, einvernehmlichKurzgutachteneine gemeinsame Grundlage für die Aufteilung
Erbengemeinschaft, streitigVollgutachteneine für jeden Miterben nachprüfbare Herleitung statt Behauptung gegen Behauptung
Steuerliche FragestellungVollgutachteneine Dokumentation, die eine Prüfung Schritt für Schritt aushält
Trennung oder Scheidung, streitigVollgutachteneine neutrale Wertermittlung, die keine Seite bevorzugt
Gerichtliches VerfahrenVollgutachteneine methodisch vollständige Herleitung mit zweitem stützendem Verfahren
Kaufentscheidung, schnelle OrientierungHauskaufberatungeine Einschätzung zu Zustand, erkennbaren Risiken und Preisangemessenheit vor der Unterschrift

Zur Größenordnung, Stand 2026-07-20: Die Hauskaufberatung beginnt bei ca. 350 €, je nach Leistungsumfang. Ein Kurzgutachten kostet 899 € für Eigentumswohnung oder Einfamilienhaus, 999 € für ein Zweifamilienhaus und 1.199 € bis zu vier Wohneinheiten, jeweils zzgl. Auslagen; es umfasst rund 10 bis 15 Seiten, die Bearbeitung dauert etwa 5 bis 7 Werktage. Ein Vollgutachten nach § 194 BauGB beginnt bei 1.890 € für Eigentumswohnung oder Einfamilienhaus und bei 1.990 € für ein Zweifamilienhaus; für Mehrfamilienhäuser auf Anfrage. Die rechtliche und steuerliche Seite gehört dabei zu Notar, Fachanwalt oder Steuerberater. Ich liefere die Wertermittlung, auf die sich beide Seiten stützen können.

Wie das in der Praxis aussieht: Eine Erbengemeinschaft mit einem Haus im Wohnpark Struveshof. Der eine Miterbe rechnet mit dem Zonenwert von 460 €/m², der andere hat eine Portalzahl im Kopf, und beide sind sicher, recht zu haben. Der erste Schritt ist dann der amtliche Bodenrichtwert für die betreffende Zone samt Stichtag, der zweite der Ortstermin mit Zustand, Baujahr und Grundstückszuschnitt. Erst danach steht eine Zahl, auf die sich beide stützen können, und über die sich zumindest sachlich streiten lässt.

Zwischenfazit: Über die Gutachtenart entscheidet ein einziges Kriterium, nämlich ob jemand anderes die Zahl akzeptieren muss. Alles andere ist Umfang.

Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrem Anliegen passt, ordne ich das im Erstkontakt gern für Sie ein.

Eines gilt unabhängig von der Stufe: Eine Wertaussage ohne Ortstermin gibt es bei mir nicht. Keine Ferndiagnose, keine Schätzung nach Aktenlage. Ob Ihr Objekt in meinem Einzugsgebiet liegt, klären wir kurz im Erstkontakt. Mehr dazu auf der Seite zur Immobilienbewertung in Ludwigsfelde.

Unsicher, ob Kurzgutachten oder Vollgutachten? Schreiben Sie mir kurz per WhatsApp (0178 8604127) — ich ordne Ihren Fall ein. → Bewertung unverbindlich anfragen

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Bodenrichtwert in Ludwigsfelde?

Das hängt von der Lage ab. Zum Stichtag 1. Januar 2026 nennt der Gutachterausschuss für sechs ausgewiesene Ludwigsfelder Wohnlagen Werte zwischen 210 €/m² in Gröben und 480 €/m² im Stadtzentrum sowie im Wohnpark "Ahrensdorfer Heide". Für Ortsteile, die in dieser Auswahl nicht vorkommen, fragen Sie den Wert über BORIS Land Brandenburg ab.

Sind die Immobilienpreise in Ludwigsfelde 2026 gestiegen?

Überwiegend nicht. Fünf der sechs ausgewiesenen Wohnlagen blieben zum Stichtag 1. Januar 2026 unverändert. Gestiegen ist allein der Wohnpark "Ahrensdorfer Heide" an der Neckarstraße, von 400 auf 480 €/m². Im gesamten Berliner Umland des Landkreises wurden 16 Zonen erhöht und 13 abgesenkt.

Warum nennen Online-Rechner für Ludwigsfelde andere Zahlen?

Weil sie Durchschnitte über Angebotsdaten bilden und Ihre konkrete Lage nicht kennen. Zwischen Gröben mit 210 €/m² und dem Stadtzentrum mit 480 €/m² liegt mehr als das Doppelte. Ein Rechner kennt außerdem weder Zustand noch Baujahr noch Grundstückszuschnitt. Er kann eine Größenordnung liefern, keinen belastbaren Wert.

Kann ich den Bodenrichtwert einfach mit meiner Grundstücksfläche multiplizieren?

Das ergibt einen groben Bodenwert und mehr nicht. Der Bodenrichtwert bezieht sich auf ein Richtwertgrundstück mit bestimmten Eigenschaften. Weicht Ihr Grundstück davon ab, bei Zuschnitt, Tiefe, Erschließung oder Baurecht, sind Anpassungen nötig. Und Ihr Gebäude ist in dieser Rechnung noch gar nicht enthalten.

Wie weit zurück reichen die amtlichen Zahlen für Ludwigsfelde?

Die Stadt veröffentlicht die Beschlüsse des Gutachterausschusses seit Jahren. Für die hier gezeigten Lagen lassen sich Werte bis 2018 zurückverfolgen. Ältere Reihen sind mit Vorsicht zu lesen, weil sich Zonenzuschnitte und Zonenbezeichnungen zwischenzeitlich ändern können. Die Siethener Lage etwa taucht in den älteren Mitteilungen gar nicht auf, ein direkter Vorher-Nachher-Vergleich wäre dort irreführend. Ich habe mir für solche Fälle angewöhnt, immer den Zonennamen des jeweiligen Stichtags mitzuschreiben. Das erspart später viel Rätselraten.

Über den Autor

Matthias Scheffler ist DEKRA-zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung (Qualifikationsbereich D1, Zertifikat gültig bis 04/2028, Personenzertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024) und geprüfter Immobilienbewerter der Sprengnetter Akademie. Seit rund 20 Jahren beschäftigt er sich beruflich mit Immobilien in Luckenwalde und der umliegenden Region — aus der Praxis in Verkauf und Vermietung heraus mit der Frage, was eine Immobilie tatsächlich wert ist.

Stand des Beitrags: 7. September 2026.

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Matthias Scheffler, Sachverständiger für Immobilienbewertung
Über den Autor

Matthias Scheffler

DEKRA-zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung D1 und geprüfter Immobilienbewerter der Sprengnetter Akademie. Seit zwanzig Jahren in der Region Luckenwalde und Teltow-Fläming mit Immobilien befasst, seit 2024 als Gutachter im eigenen Büro.

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