Regionaler Immobilienmarkt Luckenwalde / Teltow-Fläming

Immobilienpreise in Luckenwalde: Was die Entwicklung wirklich zeigt

Matthias Scheffler·20.07.2026·17 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

  • Die Immobilienpreise in Luckenwalde entwickeln sich uneinheitlich. In zwei amtlich ausgewiesenen Bodenrichtwertzonen sind die Werte zum Stichtag 01.01.2026 gesunken: Poststraße von 140 auf 120 €/m², Petrikirchplatz von 170 auf 150 €/m².
  • Im selben Landkreis läuft der Markt auseinander. Im Berliner Umland stiegen einzelne Zonen deutlich, während das Niveau in den Städten und Gemeinden insgesamt kaum in Bewegung war.
  • Die Zahl der Baulandverkäufe in Brandenburg hat sich zwischen 2021 und 2024 etwa halbiert. Billiger ist der Markt dadurch nicht geworden. Dünner schon.
  • Ein Bodenrichtwert beschreibt nur den Boden. Ihr Haus steht auf einem anderen Blatt.
  • Was Ihre Immobilie wert ist, lässt sich aus keiner dieser Zahlen ableiten. Dafür braucht es einen Ortstermin.

Wenn Sie sich für die Immobilienpreise in Luckenwalde und deren Entwicklung interessieren, haben Sie vermutlich schon ein paar Portale durchgeklickt. Und wahrscheinlich sind Sie dabei ins Grübeln gekommen. Ich habe das für diesen Artikel selbst gemacht, am 20. Juli 2026, und drei Angaben für dieselbe Stadt gefunden: 52,31 €/m², 55 €/m² und 190 €/m². Faktor 3,6 zwischen der niedrigsten und der höchsten Zahl.

Solche Abstände entstehen, weil die Zahlen unterschiedliche Dinge messen. Was Ihre Immobilie wert ist, sagt Ihnen keine davon.

(Abgerufen am 20.07.2026 bei aktuelle-grundstueckspreise.de, bodenrichtwerte-deutschland.de und immoportal.com. Ich nenne diese Zahlen ausdrücklich als Beispiel für ihre Widersprüchlichkeit, nicht als Wertangabe.)

Warum drei Portale drei verschiedene Preise für Luckenwalde nennen

Sehen Sie sich bei der nächsten Portal-Zahl drei Dinge an:

  • Auf welchen Stichtag bezieht sich die Zahl?
  • Gilt sie für eine Zone, einen Ortsteil oder die ganze Stadt?
  • Stammt sie aus beurkundeten Kaufpreisen oder aus Inseraten?

Bei allen drei Zahlen oben fehlte mindestens eine dieser Angaben. Mal ist es ein Mittelwert über das gesamte Stadtgebiet, mal ein Auszug aus Angebotspreisen, also aus dem, was Verkäufer verlangen. Gezahlt wird oft etwas anderes. Mal ist unklar, ob von Bauland oder von bebauten Grundstücken die Rede ist. Das sind drei völlig verschiedene Größen, und sie tragen auf diesen Seiten oft dieselbe Überschrift.

Dazu kommt ein Effekt, den die Portale selbst nicht ausweisen: In einer Stadt mit gut 21.000 Einwohnern werden pro Jahr keine tausende Grundstücke verkauft. Wenn eine Auswertung auf wenigen Verkäufen beruht, reicht ein einzelnes ungewöhnliches Objekt, um den Durchschnitt spürbar zu verschieben — ohne dass sich am Markt selbst etwas geändert hätte.

Ich sage das nicht, um Portale schlechtzureden. Wer sich einen groben Eindruck von den Immobilienpreisen in Luckenwalde verschaffen will, bekommt dort eine erste Ahnung, ob eine Gegend eher bei 100 oder eher bei 1.000 €/m² liegt. Nur ist eine Ahnung eben keine Grundlage, wenn es um ein Erbe, eine Scheidung oder das Finanzamt geht.

Die belastbaren Zahlen für Luckenwalde gibt es durchaus, sie kommen nur von woanders her.

Was die amtlichen Zahlen für Luckenwalde zeigen

Für die Bodenrichtwerte im Landkreis Teltow-Fläming ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte zuständig, dessen Geschäftsstelle in Luckenwalde sitzt. Er wertet die tatsächlich beurkundeten Kaufverträge aus, also real gezahlte Preise. Am 21. Januar 2026 hat er die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 beschlossen, rund 500 an der Zahl.

Für zwei Luckenwalder Zonen sind die Werte beider Stichtage veröffentlicht:

Bodenrichtwertzone01.01.202501.01.2026Veränderung
Luckenwalde, Poststraße140 €/m²120 €/m²−20 €/m² (rund −14 %)
Luckenwalde, Petrikirchplatz170 €/m²150 €/m²−20 €/m² (rund −12 %)

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming, Mitteilung "Bodenrichtwerte 2026" vom 19.02.2026, abgerufen am 20.07.2026. Die Werte stammen aus dem Beschluss des Gutachterausschusses, sind hier aber über den Mitteilungskanal des Landkreises belegt. Verbindlich ist die Auskunft aus BORIS; prüfen Sie den Wert für Ihre Zone dort bitte selbst nach.

Zwei Dinge dazu, die mir wichtig sind.

Erstens: Das sind Zonenwerte, keine Stadtwerte. Poststraße und Petrikirchplatz sind innerstädtische Lagen. Wer daraus "der Bodenrichtwert in Luckenwalde liegt bei 135 €/m²" macht, rechnet zwei Zahlen zusammen, die nie als Durchschnitt gemeint waren. Für Ihre Straße kann ein ganz anderer Wert gelten. Und wenn Ihr Grundstück am Zonenrand liegt, kann der Wert der Nachbarzone näher liegen.

Zweitens: Ein Rückgang von 20 €/m² klingt nach wenig und ist es bei einem 600-m²-Grundstück nicht. Rechnerisch sind das 12.000 € allein auf den Boden bezogen. Ob sich das im Kaufpreis eines bebauten Grundstücks überhaupt in dieser Höhe niederschlägt, ist eine andere Frage. Dazu gleich mehr, wenn es um den Unterschied zwischen Bodenrichtwert und Verkehrswert geht.

Die aktuellen Werte für alle Zonen können Sie selbst nachsehen. Das Land Brandenburg stellt sie über BORIS Land Brandenburg bereit; die Auskunft über dieses Verfahren ist gebührenfrei, ältere Stichtage sind dort ebenfalls abrufbar. Dass der Stichtag in Brandenburg immer der 1. Januar ist, steht übrigens nicht im Ermessen des Ausschusses, sondern in § 12 Abs. 1 BbgGAV.

Zwischenfazit: Für Luckenwalde sind zwei innerstädtische Bodenrichtwertzonen zum 01.01.2026 um jeweils 20 €/m² gesunken. Das ist eine belastbare Zahl für den Boden in diesen zwei Zonen. Für die ganze Stadt gilt sie nicht.

Warum Luckenwalde nachgibt, während Rangsdorf anzieht

Im selben Beschluss, im selben Landkreis, zum selben Stichtag hält der Gutachterausschuss fest, dass sich das Bodenrichtwertniveau in den Städten und Gemeinden des Landkreises kaum verändert hat. Für das Berliner Umland, dem der Ausschuss in seinem Auszug unter anderem Ludwigsfelde, Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren und Rangsdorf zuordnet, wurden dagegen 16 Zonen erhöht und 13 abgesenkt.

Und einzelne Zonen dort haben deutlich zugelegt. Die Zone Rangsdorf Bücker-Werke stieg von 450 auf 600 €/m², der Wohnpark "Ahrensdorfer Heide" in Ludwigsfelde von 400 auf 480 €/m². Gleichzeitig ging es in Blankenfelde Mitte von 300 auf 280 €/m² und in Dahlewitz Ort von 260 auf 230 €/m² nach unten.

Teltow-Fläming hat also mindestens zwei Märkte. Der nördliche Kreisrand hängt am Berliner Speckgürtel und an der Pendel-Erreichbarkeit. Luckenwalde liegt rund 50 Kilometer südlich von Berlin und folgt einer eigenen Logik. Nach meiner Beobachtung zählt hier der lokale Bedarf mehr als die Entfernung zum Berliner Ring.

Für die Immobilienpreise in Luckenwalde heißt das vor allem eines: Ein Vergleichswert aus Ludwigsfelde oder Rangsdorf sagt über Ihre Immobilie wenig aus, auch wenn beide Orte im selben Landkreis liegen und in derselben Statistik auftauchen. Wer Vergleichspreise heranzieht, muss wissen, welche Verkäufe überhaupt vergleichbar sind.

Warum überhaupt so wenige Vergleichsfälle zur Verfügung stehen, zeigt der Blick auf die Verkaufszahlen.

Der Markt ist vor allem dünner geworden

Ein Blick über den Landkreis hinaus erklärt einen Teil der Bewegung. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weist für die Verkäufe unbebauten Baulands in Brandenburg folgende Zahlen aus:

JahrKauffälle in Brandenburg
20215.059
20223.722
20232.621
20242.570

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Bodenmarkt, Snapshot geprüft am 20.07.2026.

Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der Baulandverkäufe etwa halbiert. Für die Entwicklung der Immobilienpreise in Luckenwalde ist das der wichtigere Hintergrund als jede einzelne Quadratmeterzahl. Teltow-Fläming lag 2024 mit 237 Verkaufsfällen immerhin noch auf Rang 5 unter 18 brandenburgischen Kreisen und kreisfreien Städten. Gemessen an früheren Jahren ist das trotzdem ein deutlich ruhigerer Markt.

Das lese ich in Gesprächen oft falsch herum: Sinkende Transaktionszahlen werden als sinkende Nachfrage gedeutet. In Luckenwalde spricht dagegen einiges. Die Stadt zählte am 31. Dezember 2025 nach eigenen Melderegisterzahlen 21.677 Einwohner mit Hauptwohnsitz und hält fest, dass die Bevölkerungszahl seit 2015 steigt, nachdem sie über 50 Jahre lang zurückgegangen war. Das spricht gegen einen generellen Nachfrageeinbruch, auch wenn Zuzug und Eigentumsnachfrage nicht dasselbe sind.

In meinen Erstgesprächen sehe ich das Muster regelmäßig: Verkäufer, die nicht müssen, warten ab. Käufer, die auf Finanzierung angewiesen sind, rechnen enger. Beide Seiten treffen sich seltener. Der Markt wird dünner. Und dünne Märkte sind für die Bewertung die anspruchsvolleren, weil weniger Vergleichsfälle zur Verfügung stehen. Dann wird die Frage wichtig, mit welcher Methode ein Wert eigentlich hergeleitet wird.

Ein typischer Fall aus meiner Praxis, bewusst ohne konkrete Zahlen: Ein Grundstück in der Zone Poststraße, rund 600 m², Haus von Ende der 1960er Jahre. Die erste Frage lautet fast immer, ob der Rückgang von 140 auf 120 €/m² das Objekt jetzt um 12.000 € verbilligt. Der Weg zur Antwort geht anders herum: erst der Bodenrichtwert aus BORIS zum passenden Stichtag, dann die Anpassung an Größe und Zuschnitt des konkreten Grundstücks, dann der Ortstermin für Zustand und Bausubstanz, dann das Verfahren, das zum Objekt passt. Das Ergebnis weicht regelmäßig in beide Richtungen von der Bodenrechnung ab, weil der Boden eben nur der Eingangswert war.

Zwischenfazit: Weniger Verkäufe bei stabiler Einwohnerzahl sind kein Preisverfall. Sie sind vor allem eine schmalere Datengrundlage für jede Bewertung.

Welches Verfahren ein dünner Markt erzwingt

Die ImmoWertV kennt drei Wege zum Wert, und die Wahl ist keine Geschmacksfrage. Sie hängt am Objekt und an der Datenlage.

VerfahrenFührend beiGrenze im Luckenwalder Markt
VergleichswertverfahrenEigentumswohnungen, standardisierte Reihenhäuser, unbebaute GrundstückeBei halbierten Transaktionszahlen wird die Auswahl vergleichbarer Kauffälle schnell zu dünn
SachwertverfahrenEin- und Zweifamilienhäuser, die selbst genutzt werdenOhne Marktanpassung über Sachwertfaktoren bleibt es eine reine Herstellungskostenrechnung
Ertragswertverfahrenvermietete Objekte, MehrfamilienhäuserSetzt belastbare Miet- und Bewirtschaftungsdaten voraus

Beim typischen Luckenwalder Einfamilienhaus greife ich deshalb häufig zum Sachwertverfahren, weil sich schlicht zu wenige echt vergleichbare Verkäufe finden lassen. Ein Sachwert ohne Marktanpassung ist allerdings eine Rechenübung. Erst der Sachwertfaktor aus der regionalen Kaufpreissammlung führt ihn an das heran, was am Markt tatsächlich gezahlt wird. Diese Faktoren veröffentlicht der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis Teltow-Fläming in seinem Grundstücksmarktbericht, also dieselbe Stelle, die auch die Bodenrichtwerte beschließt.

Der zweite Punkt betrifft den Boden selbst. Ein Bodenrichtwert gilt für ein fiktives Grundstück mit bestimmten Eigenschaften: § 13 ImmoWertV nennt dafür ausdrücklich Merkmale wie Größe, Zuschnitt und das Maß der baulichen Nutzung. Weicht Ihr Grundstück davon ab, wird der Wert angepasst. Ein sehr großes Grundstück erreicht selten den vollen Richtwert je Quadratmeter, ein ungünstiger Zuschnitt oder eine Hanglage drücken ebenfalls. Das ist der Rechenschritt, den keine Portalzahl abbildet, und der Grund, warum ich oben geschrieben habe, dass für Ihre Straße ein anderer Wert gelten kann.

Zwischenfazit: Über die Belastbarkeit einer Bewertung entscheiden die Wahl des Verfahrens und die Marktanpassung. Beides setzt Kenntnis der regionalen Datenlage voraus.

Was ist der Unterschied zwischen Bodenrichtwert und Verkehrswert?

Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert für den unbebauten Boden, bezogen auf eine Zone und einen Stichtag. Der Verkehrswert ist der Wert Ihrer konkreten Immobilie mit Gebäude, Zustand, Ausstattung, Zuschnitt und Rechten. Der Bodenrichtwert ist ein Eingangswert der Wertermittlung. Erst die Anpassung an das konkrete Grundstück und das Gebäude führt zum Verkehrswert.

Wie groß der Abstand zwischen beiden ist, hängt fast vollständig am Gebäude. Zwei Grundstücke in derselben Zone, mit demselben Bodenrichtwert, können sich im Verkehrswert um ein Vielfaches unterscheiden: ein saniertes Haus mit neuer Heizung und gedämmter Hülle gegen ein unsaniertes Haus aus den 1960er Jahren mit Instandhaltungsstau. Der Boden ist gleich. Der Wert ist es nicht.

Gesetzlich ist der Verkehrswert in § 194 BauGB definiert: als der Preis, der "in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstands der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre".

Der entscheidende Halbsatz ist der letzte. Ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse. Ein Preis, der zustande kam, weil jemand schnell verkaufen musste oder weil der Nachbar unbedingt das angrenzende Grundstück wollte, ist beurkundet, taugt aber nicht als Verkehrswert. Diese Fälle auseinanderzusortieren gehört zu der Arbeit, die man einem fertigen Gutachten von außen kaum ansieht. Ausführlicher habe ich beschrieben, wie Bodenrichtwerte in die Wertermittlung einfließen.

Und weil ich die Frage regelmäßig gestellt bekomme: Nein, ich kann Ihnen aus diesen Zahlen nicht sagen, was Ihr Haus wert ist. Diese Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, und ich merke jedes Mal, wie unbefriedigend meine Antwort klingt. Sie ist trotzdem die einzig ehrliche. Zustand, Grundriss, Bausubstanz, Feuchtigkeit im Keller, Zuschnitt des Grundstücks, Wegerechte im Grundbuch. Nichts davon steht in einer Statistik. Für mich zählt nicht die schnelle Schätzung, sondern eine Wertermittlung, die dem Zweck der Bewertung gerecht wird. Und die beginnt vor Ort.

Welche Bewertung Sie brauchen, und welche nicht

Nicht jede Frage rechtfertigt ein Vollgutachten. Die Trennlinie ist ein einziges Kriterium: Wird ein förmlicher, gerichtlicher oder streitiger Nachweis gebraucht?

Ihre SituationPassende StufeWarum
Sie wollen wissen, ob der Kaufpreis für ein Haus angemessen istHauskaufberatung (ab ca. 350 €)kein schriftlicher Wertnachweis nötig, es geht um die Entscheidung
Sie überlegen zu verkaufen und brauchen eine belastbare EinordnungKurzgutachten (899 € ETW/EFH · 999 € ZFH · 1.199 € bis 4 Wohneinheiten, jeweils zzgl. Auslagen)nicht streitig
Erbschaft, alle Beteiligten sind sich einigKurzgutachtenkeine Auseinandersetzung
Schenkung oder Vermögensübertragung im EinvernehmenKurzgutachtennicht streitig
Erbengemeinschaft, es gibt StreitVollgutachten (ab 1.890 € ETW/EFH)streitiger Sachverhalt
Trennung oder Scheidung, keine Einigkeit über den WertVollgutachtenstreitiger Sachverhalt
Das Finanzamt braucht eine nachprüfbare DokumentationVollgutachtennachvollziehbare Herleitung nötig
Gerichtliches VerfahrenVollgutachtenförmlicher Nachweis nötig

Preise Stand 20.07.2026. Bei den Kurzgutachten kommen Auslagen hinzu; Besonderheiten des Objekts können sich auf den Umfang auswirken. Das Kurzgutachten umfasst in der Regel 10 bis 15 Seiten und liegt nach 5 bis 7 Werktagen vor.

Das Vollgutachten ist ein Verkehrswertgutachten nach § 194 BauGB, erstellt nach den Vorgaben der ImmoWertV. Ich stütze den ermittelten Wert dort durch ein zweites Verfahren ab, je nach Objekt Vergleichs-, Ertrags- oder Sachwertverfahren. Es ist damit für gerichtliche, steuerliche und streitige Anlässe geeignet. Ob eine Stelle es im Einzelfall zugrunde legt, entscheidet immer die Stelle selbst; das kann Ihnen niemand vorab zusagen.

Was ich Ihnen ebenfalls nicht liefere: Rechts- oder Steuerberatung. Wenn es um Erbauseinandersetzung, Zugewinnausgleich oder steuerliche Bemessungsgrundlagen geht, gehört das zu Notar, Fachanwalt oder Steuerberater. Ich liefere den Wert, auf den sich diese Beratung stützen kann.

Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrem Anliegen passt, ordne ich das im Erstkontakt gern für Sie ein.

Zwischenfazit: Ausschlaggebend ist, wem gegenüber der Wert standhalten muss. Der Preis der Immobilie spielt für die Wahl der Stufe keine Rolle.

Häufige Fragen

Sind die Immobilienpreise in Luckenwalde gestiegen oder gefallen? Für die zwei Luckenwalder Bodenrichtwertzonen, für die beide Stichtage veröffentlicht sind, sind die Bodenwerte gesunken: Poststraße von 140 auf 120 €/m², Petrikirchplatz von 170 auf 150 €/m² (Stichtage 01.01.2025 und 01.01.2026). Das betrifft den Boden in diesen Zonen. Eine Aussage über die Preise bebauter Immobilien in der gesamten Stadt lässt sich daraus nicht ableiten, und für andere Zonen können andere Entwicklungen gelten.

Wo finde ich den amtlichen Bodenrichtwert für mein Grundstück in Luckenwalde? Über BORIS Land Brandenburg unter boris.brandenburg.de. Dort können Sie Ihre Lage auswählen und eine amtliche Bodenrichtwertauskunft als PDF abrufen, auch zu zurückliegenden Stichtagen. Die Auskunft über dieses automatisierte Verfahren ist gebührenfrei. Schriftliche Auskünfte der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses sind dagegen gebührenpflichtig.

Warum weichen die Zahlen auf Immobilienportalen so stark voneinander ab? Weil sie Unterschiedliches messen. Manche Portale werten Angebotspreise aus, also Wunschvorstellungen von Verkäufern, andere gemittelte Verkaufsdaten. Häufig fehlen Stichtag und Lagebezug. In einer Stadt mit vergleichsweise wenigen Transaktionen pro Jahr verschieben schon einzelne ungewöhnliche Verkäufe den Durchschnitt erheblich.

Kann ich den Wert meines Hauses aus dem Bodenrichtwert berechnen? Nein. Der Bodenrichtwert beschreibt den unbebauten Boden in einer Zone. Gebäudezustand, Baujahr, Sanierungsstand, Grundriss, Ausstattung und Rechte am Grundstück entscheiden über den weitaus größeren Teil des Werts. Keine dieser Größen lässt sich aus der Ferne beurteilen.

Lohnt sich ein Gutachten bei einem eher günstigen Objekt? Das entscheidet der Anlass. Geht es um eine private Orientierung, reicht oft eine Hauskaufberatung. Muss der Wert gegenüber einem Gericht, dem Finanzamt oder einem Miterben standhalten, dann geht es nicht mehr um die Kosten. Dann geht es darum, ob Sie ohne eines auskommen.

Wie lange bleiben die Bodenrichtwerte gültig? Sie werden jährlich neu beschlossen. Nach § 12 Abs. 1 BbgGAV ermittelt der Gutachterausschuss bis zum 15. Februar jedes Jahres die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar desselben Jahres. Die Werte zum 01.01.2026 wurden am 21.01.2026 beschlossen und ab dem 1. März 2026 über BORIS bereitgestellt.


Über den Autor

Matthias Scheffler ist DEKRA-zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung (Qualifikationsbereich D1, Zertifikat gültig bis 04/2028, Personenzertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024) und geprüfter Immobilienbewerter der Sprengnetter Akademie. Seit rund 20 Jahren beschäftigt er sich beruflich mit Immobilien in Luckenwalde und der umliegenden Region, aus der Praxis in Verkauf und Vermietung heraus mit der Frage, was eine Immobilie tatsächlich wert ist. Scheffler Immobilienbewertung ist ein inhabergeführtes Einzelbüro: von der ersten Anfrage über die Vor-Ort-Besichtigung bis zum fertigen Gutachten liegt jeder Schritt in einer Hand.

Wenn Ihre Immobilie in Luckenwalde oder im Landkreis Teltow-Fläming liegt, finden Sie hier mehr dazu, wie ich als Immobiliengutachter in Luckenwalde arbeite.


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Über den Autor

Matthias Scheffler

DEKRA-zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung D1 und geprüfter Immobilienbewerter der Sprengnetter Akademie. Seit zwanzig Jahren in der Region Luckenwalde und Teltow-Fläming mit Immobilien befasst, seit 2024 als Gutachter im eigenen Büro.

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